Vernissage: Malweiber

Wann:
14. Oktober 2017 @ 11:00
2017-10-14T11:00:00+02:00
2017-10-14T11:15:00+02:00

MALWEIBER

Diese Ausstellung soll an die Tradition der sogenannten „Malweiber“ anknüpfen. Als solche wurden zu Beginn des vorigen Jahrhunderts Künstlerinnen verspottet, die versuchten einen eigenen Weg zu beschreiten. Der Zugang zu den Akademien war den Frauen jener Zeit versperrt. Ihrem traditionellen Rollenbild verpflichtet, brauchten sie viel Mut und Leidenschaft um ihre Bilder zu malen.

Die Malerinnen organisierten sich aus diesem Grunde in Künstlerkolonien, die ihnen Schutz und Freiraum boten. Ein Ausdruck dieses wachsenden weiblichen Selbstbewusstseins war 1905 die Gründung des Lyceumclubs. Dieser bot Malerinnen, wie etwa Käthe Kollwitz, Gretchen Wohlwill und Milly Steger sowie Frauenrechtlerinnen und Pädagoginnen ein wichtiges Forum.

Bis zur Machtergreifung 1933 durch die Nationalsozialisten war der Club Zentrum intellektueller Auseinandersetzung, politischer Bildung und sozialen Engagements.

Dieser Tradition folgend stellt das Torhaus ab dem 14. Oktober 2017 die Malerinnen dieser Ausstellung vor.

Eine dieser Künstlerinnen ist Doris Rüstig-Ladewig, heute 91 Jahre alt. Als letzte noch lebende Schülerin des Brücke-Malers Karl Schmidt-Rottluff arbeitet sie noch heute in ihrem Atelier.

Gemeinsam mit Meike Lipp und Friederike Thaler wird sie ihre Werke zeigen „Malweiber“ wie etwa Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter oder Clara Rilke-Westhoff sind uns bis heute bekannt, die „Malweiber“ von heute gilt es zu entdecken.

Maria Hartmann wird – das Thema der Ausstellung begleitend – die Geschichte des Lyceumclubs am Sonnabend dem 21. Oktober um 16 Uhr in einer Lesung vorstellen. Der Eintritt beträgt 15,00 Euro

Meike Lipp

1955 in Hamburg geboren.

1977 -1981 Studium an der HfbK Hamburg und der Rijks Akademie Amsterdam

Seit 1982 arbeitet Meike Lipp als freischaffende Künstlerin und hatte mittlerweile unzählige Ausstellungen in Hamburg und Umgebung, Mitarbeit bei den Norddeutschen Realisten (letzte Ausstellung mit Tobias Duwe im Elysee). Teilnahme an vielen Symposien. Letzter künstlerischer Aufenthalt in London.

Doris Rüstig-Ladewig

Als Schülerin von Prof. Karl Schmidt-Rottluff, dem großen Expressionisten, arbeitet sie bis heute in der expressionistischen Formensprache. Ihr Themenschwerpunkt ist vor allem die menschliche Figur, auch wenn sie die Vielfalt der Landschaftsformen faszinierend findet.

Friederike Thaler

1948 geboren in Chile.

Friederike Thaler seit 1954 in Deutschland lebend, 1983-89 Studium in Freier Malerei und Aktmalerei im Atelier Altona/ Kunstschule Winterstrasse-Hamburg bei Jörk Kalkreuter

1988-92 Kunst- und Arbeitsreisen nach Italien bei Prof. Kowalski, Uni Hannover

1991/94/97 Studium in Freier Malerei an der Int. Sommerakademie für Bildende Künste in Salzburg bei Prof. Akos Birkás und György Jovanovics (Ungarn), Prof. Jacobo Borges (Venezuela, seit 1996 Mitglied des BBK Hamburg). Friederike Thaler arbeitet vielseitig mit verschiedenen Materialien wie Papier und Metallen, so dass Reliefs und räumliche Gebilde entstehen.

Eine weitere Künstlerin in der Malweiber-Ausstellung wird eine Überraschung sein.

Dauer der Ausstellung: 14. Oktober – 12. November 2017
Öffnungszeiten: samstags von 14.00 – 17.00 Uhr, sonntags von 11.00 – 17.00 Uhr